Die Orte am östlichen Oderufer

 

Blick auf Cedynia Zaton Dolna Neubau in Luniechow Dolny (Nieder Lübbichow) Radun (Raduhn)

Der Krieg und seine Folgen

Vor über 60 Jahren hat für die Orte am östlichen Oderufer die deutsche Geschichte geendet. Seit dem Zusammenbruch Deutschlands 1945 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehören die Dörfer und Städte jenseits der Oder zum polnischen Staatsgebiet, zuerst nach Besatzerrecht in rechtlich sehr schwierigen Konstruktionen, seit den Ostverträgen auch von Deutschland anerkanntermaßen.

Die meisten dieser Orte haben unter den Kriegsereignissen schrecklich gelitten, wurden dann entvölkert und von Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Osten Polens neu besiedelt. Aber auch diese Menschen wollten eigentlich wieder heim, dahin, woher sie stammten. Lange Zeit haben sie für sich nicht akzeptieren wollen, dass dies nun die neue Heimat für sie war. Nur notdürftig und nur wie für kurze Zeit haben sie sich hier eingerichtet.

Erschwerend kam hinzu, dass manche Orte nach dem Krieg mit viel weniger Menschen aufgesiedelt wurden, als bis zur Flucht oder zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung dort gelebt hatten. Einige Gebäude wurden abgebrochen, um Baumaterial für den Wiederaufbau Stettins zu gewinnen.

Gryfino (Greifenhagen)

Ausflüge als Entdeckungsreise

Heute kann man in den Orten jenseits der Oder Reste deutscher Baugeschichte entecken, Gebäude, an denen mangels Geld und Interesse die Modernisierungswellen der 60er und 70er Jahre vorbeigegangen sind, die inzwischen jedoch oft sehr baufällig scheinen. Man kann Orte mit lückenhafter Bebauung finden, in denen bis heute kein geschlossenes Ortsbild wiedererstand. Dazwischen wachsen in den letzten Jahren zunehmend neue Gebäude mit erkennbar polnischer Architektur, geprägt von Säulen, Erkerkonstruktionen und Dachgauben, die in der nüchternen deutschen Architektur undenkbar wären.

Auf jeden Fall ist es spannend, die Orte jenseits der Oder zu besuchen. Es gibt Vieles zu entdecken. Lassen Sie sich dazu einladen.

 

 

Widuchowa Marwice Ognica (Nipperwiese)Die Kirche von Bielinek