Felchowsee

Der Felchowsee ist hydrographisch ein Flachsee von maximal 3 m Tiefe mit einem kleinen Einzugsbereich und besitzt keinen natürlichen oberirdischen Ab- oder Zufluss. Er wird fischereiwirtschaftlich genutzt. Seine Vegetation wird von Schwimmblattgesellschaften, insbesondere von See- und Teichrosen, von Schilf und Röhricht bestimmt. In den letzten Jahren haben sich auch eine Reihe von Laichkräutern wieder eingefunden. Der Schilfgürtel erreicht am Nord- und am Westufer seine größte Ausdehnung. An den Uferzonen sind Großseggen-Riede, Weidengebüsche und Erlenwaldfragmente anzutreffen.

Bei Sommerniedrigwasser wachsen auf den freigefallenen Schlammflächen im Uferbereich große Bestände des gelbblühenden, dick und zottig behaarten Moor-Greiskrautes (Senecio congestus).

Der FelchowseeAm Ufer

Im Übergangsbereich zu einem flachen Höhenrücken, dem Schwalbenwerder, hat ein gut entwickelter Bestand eines Birken-Stieleichenwaldes alle Rodungen überstanden und präsentiert sich heute mit mächtigen Altbäumen und einer gut entwickelten Bodenflora.

Auf dem Schwalbenwerder und im Bereich des alten Abgrabungsgeländes hat sich ein artenreicher Sandtrockenrasen vom Typ eines Ohrlöffel - Leimkraut - Schafschwingelrasens entwickelt. Hier finden wir auch die Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis), die oft bereits im April ihre purpur- bis schwarzvioletten Blüten öffnet und im Mai bis Juni ihre gefiederten Fruchtstände in die Höhe reckt. Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), die blauen Blütenähren des Ährigen Blauweiderichs, verschiedene Nelkenarten und eine reiche Flechtenflora am Boden ergeben ein buntes Bild.

Auch die Wiesenflächen rechts und links des Fischerbootsteges beginnen sich nach vielen Jahren der intensiven Nutzung wieder zu einschürigen Mähwiesen zu regenerieren.

 

Die Vogelwelt

Die Vogelfauna des Felchowsees und seiner Umgebung ist besonders artenreich. Hervorzuheben sind als Brutvögel vor allem die Bewohner des Schilfes und mehrere Entenarten. Mitunter gelingt sogar die Beobachtung von Rothalstaucher (Podiceps grisegena), Kranich (Grus grus), Rohrschwirl (Locustella luscinioides), Bartmeise (Panurus biarmicus) oder Blaukehlchen (Luscinia svecica). Trauerseeschwalben (Chlidonias niger) jagen über der Wasserfläche, und See- und Fischadler (Haliaeetus albicilla, Pandion haliaetus) sind regelmäßig anzutreffen.

Auch als Rastgebiet hat der Felchowsee, vor allem im Sommer und im Herbst, herausragende Bedeutung. Haubentaucher (Podiceps cristatus), Saat-, Bless- und Graugänse (Anser fabalis, Anser albifrons, Anser anser) sind regelmäßig zu beobachten, ebenso Schnatter-, Löffel- und Schellenten (Anas strepera, Anas clypeata, Bucephala clangula) sowie Zwerg- und Gänsesäger (Mergellus albellus, Mergus merganser). Saat- und Blessgänse finden sich vor allem im Herbst auf ihren Schlafplätzen im Felchowseegebiet ein, die Graugans ist im Spätsommer am häufigsten, wenn die Vögel aus ihren Mausergebieten zurückkehren. Der abendliche Einflug von tausenden Bless- und Saatgänsen zum See ist im Oktober und November ein beeindruckendes Naturschauspiel. Für die Löffelente dürfte der Felchowsee im Herbst das bedeutendste Rastgebiet in Brandenburg sein.

Als Überwinterungsgewässer erlangt der Felchowsee dagegen keine große Bedeutung, weil er wegen seiner geringen Tiefe früh zufriert.

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