Das Zwischenoderland auf der polnischen Seite - mit natürlichen Überflutungsverhältnissen

Kurzinformation: 
Eine Tour für Abenteurer
Dauer: 
je nach Route
Imbiss: 
in Gryfino (Greifenhagen) und Mescherin

Wegbeschreibung

Das polnische Zwischenoderland erschließt sich am besten von Gryfino (Greifenhagen) oder Mescherin aus. Ganz eilige Autotouristen haben die Chance, den nördlichen Teil des Zwischenoderlandes von der Autobahnbrücke Berlin-Stettin aus einzusehen.

Früher war das Zwischenoderland gepoldert, aber nach Kriegsende verfielen die teilweise zerstörten wasserbaulichen Anlagen, und die landwirtschaftliche Nutzung wurde aufgegeben. Durch die geöffneten Schleusentore kann das Oderwasser seitdem ungehemmt dem Wasserstand entsprechend ein- und ausfließen, so dass gleichsam natürliche Überflutungsverhältnisse herrschen.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich im Zwischenoderland eine Landschaft und Vegetation zurückentwickelt, wie sie der ursprünglichen vermutlich sehr nahe kommt. Wahrscheinlich war das Gelände aber mit weitaus mehr Erlenbruch- und Weichholzauwald bedeckt als heute. Allerdings existieren heute noch im Wesentlichen die das Zwischenoderland seit der Polderung sichernden Sommerdeiche. Sie stellen die einzige Möglichkeit dar, das tiefliegende, von zahlreichen Altwassern durchzogene Gebiet trockenen Fußes zu erkunden.

Das geeignetste "Verkehrsmittel" im Zwischenoderland ist das Kanu (Siehe Exkursionsangebot). Man sollte vorher aber eine Genehmigung in der Schutzgebietsverwaltung (Tel. und Fax: 0048/914150139, Mail) in Gryfino (Greifenhagen) einholen. Das Benutzen von Motorbooten aller Art ist untersagt. Lediglich in strengen Wintern gibt es die Möglichkeit, das Zwischenoderland trockenen Fußes zu durchwandern, sobald die Altwasser zugefroren sind.

Von der Altstadt Gryfinos (Greifenhagen) aus führt der Weg direkt hinunter zur Oder und über die Brücke ins Zwischenoderland. Hinter der Westoder-Brücke kann man entweder sofort nach rechts oder links, also nach Norden oder Süden auf die Deiche abbiegen oder erst am Ende der gepflasterten Straße vor der Brücke über die Westoder.

Zu empfehlen ist der Weg gleich hinter der Ostoderbrücke nach Süden. Allerdings kann man zu Fuß auf diesem Wege die Südspitze des Zwischenoderlandes, also das Marienhofer Wehr, nicht erreichen, sondern muss vorher vor einem geöffneten, nicht begehbaren Einlassbauwerk umkehren.

Auf dem östlich der Westoder verlaufenden Deich dagegen kommt man mit fachlicher Begleitung der Landschaftschutzparkverwaltung zu Fuß bis zu einer gegenüber der Stadt Gartz gelegenen biologischen Station, die alljährlich auch für die Vogelberingung genutzt wird. Ganz in der Nähe haben die Biber (Castor) eine große Burg errichtet.

Auch östlich der Ostoder sind von Gryfino (Greifenhagen) aus Fußwanderungen am Strom möglich, beispielsweise der vier Kilometer lange Talspaziergang flussabwärts nach Czepino (Wintersfelde) und weiter drei Kilometer bis Daleszewo (Ferdinandstein). Die Wanderung führt durch das Gemüseanbaugebiet des Odertals. Auch Spaziergänge in den Kehrberger Forst und ins Bahner Hochland, insbesondere ins Tywa-Tal (Thuetal) sind reizvoll.

Westlich wird das Zwischenoderland hinter Staffelde von den auf hohen Odertalhängen gelegenen Orten Pargowo (Pargow), Kamieniec (Schöningen) und Moczyly (Schillersdorf) begrenzt. Diese Orte erreicht man am besten von Gartz aus über den Grenzübergang Rosow. Das im Tal gelegene Dorf Moczyy (Schillersdorf) wurde früher von einem großen Gut geprägt, das 45 m hoch gelegene Kamieniec (Schöningen) von dem 8 ha großen Heiligen Stadtberg, der alten Wendensiedlung, die schon der Pommernmissionar Bischof Otto von Bamberg besuchte.

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