Rund um Criewen

Kurzinformation: 
Eine abwechslungsreiche Tour für Wanderer.
Länge: 
8.00 km
Dauer: 
In drei Stunden gut zu schaffen.
Imbiss: 
in Criewen

Wegbeschreibung

Der Bereich um Criewen ist nicht nur geographisch das Herzstück des Nationalparkes. Auf der hier beschriebenen Route erlebt der Wanderer mit Criewen das Zentrum des Nationalparkes schlechthin und unterwegs das gesamte Spektrum, die wichtigsten Vegetationstypen. In der Ausstellung kann man sich mit dem Nationalpark schon einmal theoretisch vertraut machen. Die Wanderroute führt dann nach Süden, je nach Kondition und Wanderlust bis Stützkow oder Alt-Galow.

Die Tour beginnt vor dem Nationalparkhaus. Wir gehen den Parkweg zwischen Schloss und Kirche bis zum Ende und biegen dort links ab. Der Weg ist ab hier ausgeschildert zum Quellenpfad. Diesem Weg folgen wir. An vier Eigenheimen vorbei, die an dieser Stelle sehr deplaciert wirken, wandern wir in den Wald hinein. Nach etwa 1 km stößt der Weg auf einen größeren Waldweg und biegt dort nach links ab. Auch hier ist der Quellenpfad ausgeschildert. Der Weg führt die meiste Zeit an der Waldkante entlang. Linker Hand, durch die Bäume hindurch, sieht man auf die sogenannte Fuchswiese, wo seinerzeit der Criewener "Major" von Arnim seine Füchse, also seine rotbraunen Pferde, weiden ließ. Am Waldrand kann man Rot- und Schwarzmilane (Milvus milvus, Milvus migrans) beobachten.

Wir kommen an die Fuchsquelle, die den feuchten Odertalhängen entspringt und an der im Frühjahr auch Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und Leberblümchen (Hepatica nobilis) blühen. Die Quelle diente früher als Viehtränke. Heute ist hier ein kurzer, aber sehr attraktiver, von der Naturwacht eingerichteter Quellenerlebnispfad zu besichtigen. Nachdem wir dorthin einen Abstecher unternommen haben, gehen wir den Weg weiter, auf dem wir bereits waren. Er führt nun durch feuchten Auwald, die Wanderung wird aber durch einen langen Bohlenweg erleichtert.

Vom Bohlenweg aus kann der Wanderer den nassen Eschenwald gut erleben, ohne sich nasse Füße zu holen. Die Gewöhnliche Esche (Fraxinus exelsior) und die Flatter-Ulme (Ulmus laevis) sind die charakteristischen Baumarten dieser Pflanzengesellschaft. Im Frühling fallen die gelben Blütenstände des Wechselblättrigen Milzkrautes (Chrysosplenium alternifolium), einer Art aus der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae), auf, sowie die dicht stehenden Stauden des Bitteren Schaumkrautes (Cardamine amara) mit ihren weißen Blüten und violetten Staubbeuteln. Der feuchte Eschenwald beherbergt viele Vogelarten, beispielsweise den Klein- und den Grünspecht (Dryobates minor, Picus viridis), die Weidenmeise (Parus montanus), den Waldbaumläufer (Certhia familiaris) und den Pirol (Oriolus oriolus).

An einer Weggabelung die nach rechts sinniger Weise in Richtung „Gebietswanderweg" ausgeschildert ist, bleiben wir auf dem linken Weg, der weiter parallel zur Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße verläuft, allerdings kann man sie nur an einigen wenigen Stellen erahnen.

Wir kommen durch einen abwechslungsreichen Wald, geprägt von Kiefern (Pinus), Fichten (Picea) und Lärchen (Larix). Wer ein gutes Gehör hat, kann aus den Fichtengruppen die extrem hohen Gesänge von Winter- und Sommergoldhähnchen (Regulus regulus, Regulus ignicapillus) wahrnehmen. Aus dem dichten Laubwald rufen Schwarzspecht (Dryocopus martius) und Hohltaube (Columba oenas), und gelegentlich ist auch der Mittelspecht (Leiopicus medius) anzutreffen.

Wenn der Weg aus dem Wald herausführt, liegt vor uns ein imposanter Anstieg auf einen steilen, von Trockenrasen bestandenen Berg. Der Versuchung auf einem vorhandenen Trampelpfad diese Anhöhe zu bezwingen, sollten wir widerstehen. Die Natur wird es uns danken. In Stützkow gibt es einen sehr gut ausgebauten, malerisch gelegenen Aufstieg, der einen wenigstens gleichguten Ausblick über das Odertal bietet. Wir gehen linkerhand unterhalb der Erhebung weiter. Der Weg ist hier schmaler als bisher, aber immer gut zu erkennen. Der Pfad endet an einer Kiesgrube (km 14,3). Dort biegen wir links ab und kommen nach einem kurzen Wegstück nach Stützkow.

Der bereits erwähnte Aufstieg ist ausgeschildert.

In Stützkow können wir über eine hölzerne Brücke den Kanal überqueren und uns links haltend auf dem Deichweg zurück nach Criewen wandern.

Wer Lust und Kondition hat, kann von Stützkow aus aber auch weitergehen, um zwei Kilometer weiter südlich den Kanal in Alt-Galow zu überqueren. Auch von dort kommt man links abbiegend wieder nach Criewen. Hier lernt man zunächst den Trockenpolder kennen, der im Sommer wie im Winter durch hohe Deiche vor jeder Überflutung geschützt ist. In den Altbeständen der Kopfweiden  lebten früher Wiedehopf (Upupa epops) und Steinkauz (Athene noctua), die leider längst verschwunden sind. Der Rotmilan (Milvus milvus), der gerne auf gemähten Wiesen seine Nahrung sucht, hat im Nationalpark seinen Verbreitungsschwerpunkt im Trockenpolder. Hin und wieder lässt sich auch der Eisvogel (Alcedo atthis) beobachten.

Erst kurz vor der Stützkower Brücke erreichen wir den Nasspolder, in den wir vom Deichweg aus hineinschauen können und der im Winterhalbjahr je nach Wasserstand geflutet und zu einem bevorzugten Rast- und Überwinterungsquartier für nordische Zugvögel wird.

Wer diesen Weg in umgekehrter Richtung abwandern will, wird ab Stützkow durch mehrere Wegweiser auf den richtigen Weg gewiesen.

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