Von Lunow nach Stolzenhagen - über die Krähen- und Jungfernberge

Kurzinformation: 
Eine Wandertour. Derbe Kleidung und wasserfeste Schuhe sind je nach Jahreszeit empfehlenswert.
Länge: 
15.00 km
Dauer: 
Etwas mehr als eine Halbtagestour
Imbiss: 
In Stolzenhagen Imbiss am Kanal, Espressobar auf dem Gut. In Lunow Café Goldrand am Kindergarten und Gaststätte Quilitz in der Bauernstraße.

Wegbeschreibung

Der südliche Teil des Internationalparkes erschließt sich dem Besucher am besten von Lunow aus. Der Ort eignet sich sowohl als Ausgangspunkt für Fahrradtouren durch den Trockenpolder, als auch für Fußwanderungen nach Stolzenhagen und zu den sehenswerten Trockenrasen dort. Hier ist die Wanderroute beschrieben.

Nach Stolzenhagen

Unsere Tour beginnt an der Lunower Hauptkreuzung. Dort mahnt ein Denkmal an zwei Weltkriege. Gerade der Letzte hat seine Spuren auch in Lunow hinterlassen.

Wir gehen die Straße in Richtung Lüdersdorf, vorbei am Edeka-Markt und biegen hinter der Garage der Freiwilligen Feuerwehr, am roten Tor erkennbar, nach rechts in die Stolzenhagener Straße ein. Dieser folgen wir nach Norden und verlassen Lunow. Immer gerade aus, erst auf Sandwegen, dann auf Kopfsteinpflaster und später wieder auf Sandwegen wandern wir durch die Feldmark nach Stolzenhagen. Besonders schön ist in der Baumblüte der "Liebesgrund", eine Obstwiese hinter Lunow. Der Gesang der Grauammer begleitet uns.

Nach einem guten Kilometer erreichen wir Stolzenhagen. Im Ort biegen wir zunächst nach links in südwestliche Richtung auf die nach Lüdersdorf führende Landstraße. Gleich darauf wenden wir uns nach rechts, in nördliche Richtung und lassen uns im leichten Bogen nach Osten in den Ort hineinführen. Wir kommen am Geologischen Garten vorbei und sehen halblinks am Hang die Dorfkirche, die wir bald erreichen. 

Zu den Krähenbergen

Wer von der Kirche aus einen kleinen Rundweg zum Gellmersdorfer Forst wagen möchte, folgt der Dorfstraße nach Osten in Richtung Kanal, biegt aber gegenüber dem letzten, auf der rechten Straßenseite liegenden Haus in einen Weg nach links ein, der steil bergan führt, umrundet einen offensichtlich nicht so recht in die Landschaft passenden Bungalow und erreicht die Krähenberge.

Für die Mühen des Aufstiegs wird der Wanderer mit einem weiten Ausblick in das Odertal belohnt. Zunächst führt der Weg dann rund einen Kilometer durch den Wald, danach genauso steil hinab ins Tal. Der Talgrund kann je nach Jahreszeit recht feucht sein. Mitunter ist er zu Fuß kaum passierbar, zumal auch der Pfad nicht leicht zu finden ist. Mit einiger Mühe sind die Reste eines Knüppeldamms und einer hölzernen Brücke zu erkennen. Nach der Überquerung des Baches steigen wir wieder bergan. Hier entlang kommt man zum Gellmersdorfer Forst, der bereits zum Landkreis Uckermark gehört. Sein höchster Punkt liegt 68 m über dem Meeresspiegel.

Dem Gellmersdorfer Forst nach Osten vorgelagert sind die Jungfernberge, ein wertvoller Trockenrasenstandort, von dem ein schöner Blick ins Odertal zu genießen ist und der das Ziel der Wanderung ist.

Natürlich kann man den selben Weg nach Stolzenhagen zurückgehen. Lohnender aber ist es, zunächst vom Jungfernberg auf gleiche Weise wieder abzusteigen, um dann nach rechts abbiegend den alten Fahrspuren, später, linker Hand, der Feldkante zu folgen. Von Zeit zu Zeit wird dieser, in südliche Richtung nach Stolzenhagen führende Weg umgepflügt. Er verbuscht aber auch immer wieder sehr schnell und ist dann nur schwer zu finden.

In den Gebüschen der Böschungskante ist mitunter der Neuntöter (Lanius collurio) zu beobachten, und Goldammern (Emberiza citrinella) sind überall häufig zu sehen. Der Feldkante folgend und uns leicht links haltend, erreichen wir die Umzäunung der alten Stolzenhagener Müllkippe. Wo diese endet, beginnt das Dorf. Am obersten Punkt der Müllkippe biegen wir nach links auf einen Feldweg in Richtung Kirche ab. Wenn wir die Dorfstraße erreichen gehen wir nach links, passieren die Stelle, an der wir in die Krähenberge aufgestiegen waren und kommen an die Kanalbrücke. Diese können wir nun überqueren und nach rechts abbiegend nach Lunow zurückkehren.

Wer vorher noch das Stolzenhagener Schloss anschauen will, der folgt der Dorfstraße vor der Brücke nach rechts. Gegenüber der Einfahrt zum Schloss ist linkerhand der Burgwall ausgeschildert, der aus slawischer Zeit stammen und um 1140 befestigt gewesen sein soll. Auch vom Burgwall aus hat man einen sehr schönen Blick über das Odertal. 

Zurück nach Lunow

Haben wir jedoch die Brücke passiert, gehen wir auf der Deichkrone nach Süden. Rechts, jenseits des Kanals, sehen wir ein interessantes Waldgebiet, das Lunower Hölzchen, linker Hand den Trockenpolder, der das ganze Jahr nicht überschwemmt wird. Trotzdem dringen, gerade bei Hochwasser, Sickerwässer durch den Deichfuß und müssen unter hohem Energie- und Kostenaufwand abgepumpt werden, um die landwirtschaftliche Nutzbarkeit sicherzustellen. Gerade in diesem südlichen Zipfel finden wir noch einige Ackerstandorte, die wegen der hohen Bodenwertzahlen, also wegen ihrer Fruchtbarkeit, noch nicht aufgegeben worden sind.

Gleich gegenüber Lunow im Trockenpolder sehen wir eine größere, feuchte Senke. In ihrem Röhricht brüten oft Graugänse (Anser anser), und im Frühjahr ist mit etwas Glück das Trällern der Wechselkröte (Bufo viridis) und der lautschallende Ruf des Laubfrosches (Hyla arborea) zu hören.

Die nächste Kanalbrücke überqueren wir in westliche Richtung, um unseren Ausgangspunkt Lunow wieder zu erreichen. Geradeaus gelangen wir zur Kreuzung mit dem Kriegerdenkmal.

Wer vorher noch die Lunower Kirche besichtigen will, biegt an der ersten Kreuzung hinter der Brücke nach rechts ab (in die Bauernstraße) und erreicht nach 800 m das Friedhofsportal. Es wird von drei Engeln gekrönt, die an jene Engel erinnern, die im vorigen Jahrhundert die Cholera daran gehindert haben sollen, auch den letzten Winkel des Dorfes heimzusuchen. Im Sommer ist die Kirche meist offen.

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