Von Stolpe durch den Trockenpolder

Kurzinformation: 
Eine einfache Tour für Fußgänger oder Radfahrer.
Länge: 
20.00 km
Dauer: 
für Radfahrer zwischen Frühstück und Mittagessen gut zu schaffen
Imbiss: 
in Stolpe

Wegbeschreibung

Ausgangspunkt unserer Tour ist die Kanalbrücke in Stolpe. Die Eisenbogenbrücke stammt noch aus der Bauzeit des „Hohenzollernkanals" 1906 und ist heute - wie auch die Brücke in Stolzenhagen - vom Modernisierungswillen der Wasserstraßenbauer bedroht.

Sobald wir die Brücke überquert haben, wandern wir auf dem Winterdeich nach links Richtung Nordosten, um dann auf einen Spurplattenweg Richtung Südosten abzubiegen. Schnurgerade führt der Weg durch Wiesen und Weiden bis zur Oder. Jenseits des Flusses wird auf polnischer Seite bei Bielinek (Bellinchen) noch Kies abgebaut. Mit etwas Glück sehen wir auf den Deichen die Schafherde des Stolper Schäfers. Auch sind zahlreiche Entenarten zu beobachten, Höckerschwäne (Cygnus olor), mitunter Brandgänse (Tadorna tadorna) und Seeadler (Haliaeetus albicilla).

Sobald wir die Oder erreicht haben, biegen wir auf dem Sommerdeich nach links, also nach Nordosten ab. Rechter Hand liegt nun das ökologisch äußerst wertvolle Odervorland. Aus den deichnahen Weidenbüschen und Weichholzauen zieht uns der Gesang des Sprossers (Luscinia luscinia) in seinen Bann. Trauerseeschwalben (Chlidonias niger) jagen über den Wasserflächen der Altarme nach Insekten und kleinen Fischen. Aus sicherer Entfernung beobachten wir mit dem Fernglas das Treiben dieser vom Aussterben bedrohten Vogelart in einer Brutkolonie auf einem Altarm kurz vor dem Eiswachthaus Stützkow.

Kurz bevor wir auf der polnischen Seite das Örtchen Piasek (Peetzig) sehen, biegen wir vor dem Eiswachthäuschen nach Westen ab und verlassen die Oder. Die Eiswachthäuser wurden seinerzeit zur Überwachung der Oder bei Hochwasser und Eisgang errichtet. Wir wandern nun auf einem Deich, der im Süden den niemals überfluteten Trockenpolder, im Norden den vor allem im Winter unter Wasser stehenden Nasspolder voneinander trennt.

Wenig später gelangen wir wieder an die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, diesmal in der Höhe von Alt-Galow. Wir gehen ein Stück südwärts, überqueren die Kanalbrücke und biegen gleich hinter dem Kanal links in einen Uferweg. Vorbei an einem reizvollen Buchengrund und dem nur schwer auszumachenden slawischen Burgwall Alt-Galow gelangen wir an die Stolper Fischteiche. Hier bietet sich Gelegenheit, die in der nahen Graureiherkolonie bei Schöneberg brütenden Vögel bei der Jagd zu beobachten. Nicht selten tauchen an den vier großen Teichen auch Fisch- und Seeadler (Pandion haliaetus, Haliaeetus albicilla) auf. Im Sommer sehen wir Gänsesäger (Mergus Merganser) und andere Wasservögel auf den Teichen. Vor allem abends beeindruckt ein lautes Froschkonzert, aus dem mit etwas Übung Teich- und Seefrösche (Rana kl. Esculenta, Rana ridibunda) herauszuhören sind. Die ungiftige Ringelnatter (Natrix natrix) ist gelegentlich am Rand der Teiche zu beobachten. Wir setzen unseren Weg im Schatten prächtiger Hangwälder fort und erreichen Stolpe von Norden kommend.

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