Zu beiden Seiten der Oder

Kurzinformation: 
Eine Tour für erprobte Radfahrer. Es ist empfehlenswert, Reisepass oder Personalausweis mitzunehmen.
Länge: 
65.00 km
Dauer: 
Tagestour
Imbiss: 
in Schwedt, Hohensaaten, Hohenwutzen, Osinow Dolny (Niederwutzen), Cedynia (Zehden), Krajnik Dolny (Niederkränig)

Auf nach Süden

Die Tourbeschreibung beginnt in Schwedt an der Stadtbrücke über die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstrasse. Natürlich kann man - wie bei allen Rundtouren - auch an jedem anderen Ort einsetzen.

Wir überqueren die Brücke und fahren in Richtung Grenzübergang, biegen jedoch unmittelbar vor der (inzwischen funktionslosen) Grenzabfertigung nach rechts auf den Sommerdeich ab. Diesem, mal asphaltierten, mal mit Spurplatten befestigten Deichkronenweg, folgen wir nun 30 km nach Süden.

Jenseits der Oder, also auf polnischer Seite liegen die natürlichen Laubwälder des östlichen Odertalrandes. Auf unserer Tour nach Süden sehen wir am jenseitigen Ufer die Orte Krajnik Dolny (Nierderkränig), Zaton Dolny (Niedersaathen), Radun (Raduhn), Piasek (Peetzig) und Bielinek (Bellinchen).

Odervorland und Altwasser

Das Odervorland, also der Landstrich zwischen Deich und Fluss, ist faunistisch und floristisch besonders reizvoll. Durchsetzt wird das Vorland besonders ab Stolzenhagen südwärts von Altwasserresten und Kolken, die auch im Sommer ständig Wasser führen. Rechter Hand sehen wir zunächst in den Nasspolder, später in den Trockenpolder. Die Orte auf deutscher Seite liegen jenseits der Polder und der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstrasse. Immer wieder auch vom Oderdeich aus zu erkennen ist Stolpe mit seinem gewaltigen Burgturm.

Südlich von Lunow laufen die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße und die Oder spitz aufeinander zu. Von einigen Stellen sind beide Gewässer vom Fahrrad aus gleichzeitig einzusehen. Wo beide sich treffen, regulieren die Schleusen in Hohensaaten Wasserstand und Schifffahrt.

Von der Schleuse in Hohensaaten führen eine Straße und ein Radweg zur 4 km entfernten Grenzbrücke in Hohenwutzen. Auf der polnischen Seite sehen wir die Ruine einer Zellulosefabrik, die im Zweiten Weltkrieg als Zulieferbetrieb für Dynamitwerke diente, die versteckt im Wald zwischen Hohensaaten und Oderberg eingerichtet waren.

Wo in Hohenwutzen die Hauptstraße nach rechts abbiegt, verbleiben wir auf dem links nahe der Oder weiter führenden Radweg, fahren bis zur „Saldernbrücke" vor, über die bis zum Krieg eine Bahnstrecke führte und überqueren auf dieser Brücke die Oder und zugleich die Grenze nach Polen.

In Polen zurück nach Norden

Das Denkmal von Cedynia (Zehden)Nun müssen wir zunächst die Autostraße benutzen, die nach Cedynia (Zehden) führt. Wenige hundert Meter hinter den Marktständen von Osinow Dolny (Niederwutzen) befindet sich ein Parkplatz. Eine Schautafel berichtet von der Schlacht aus dem Jahre 972, an die auch ein Denkmal erinnert, das zum 1.000. Jahrestag dieser Schlacht errichtet wurde. Es steht wuchtig auf einem Hügel, auf dem schon vorslawische, später slawische Siedlungen und eine deutsche Burganlage standen.

Im Jahre 972 war Hodo, Markgraf der Ostmark, auf eigene Faust und gegen den Willen des in Italien weilenden Kaisers Otto I. über die Oder gesetzt und vom polnischen Staatsgründer Mieszko I. zurückgeschlagen worden.

In Cedynia (Zehden) biegt die Straße in den Ort ein. Hinter der Kurve müssen wir links abbiegen um nach Lubiechów Dolny (Niederlübbichow) zu kommen. Die Straße dorthin ist ausgeschildert nach Bielinek. Ein kurzer Abstecher in das nur 2 km entfernte Lubiechów Górny (Hohenlübbichow) lohnt, nicht nur wegen der Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem Renaissanceturm, sondern auch wegen des Herrenhauses und des von Peter Joseph Lenné angelegten Gutsparkes.

Hinter Lubiechów Dolny (Niederlübbichow) muss man sich an der Straßengabelung entscheiden, ob man nach rechts direkt nach Piasek (Peetzig) fahren will oder nach links den Umweg über Bielineck (Bellinchen) machen will, um dort noch einen Abstecher in die Hangwälder des bereits 1927 eingerichteten Naturschutzgebietes von Bellinchen zu unternehmen.

Wer jedoch lieber an der Oder fahren und Straßen und Orte meiden will, der sollte ca. 150 Meter hinter dem großen Denkmal die Straße nach Cedynia (Zehden) verlassen und in den Pflasterweg nach links abbiegen, der zur Oder führt (600 m).

An der Oder kann man nach rechts (nach Norden) auf den Deichweg einbiegen.

Sehr schön ist von hier aus die Hohensaatener Kirche zu sehen. Der Turm Friedrich August Stülers ist ein markanter Punkt in der Landschaft.

Der Deichweg führt nach Bielineck (Bellinchen). Kurz vor dem Ort passieren wir ein Pumpwerk, das zu Beginn des vorigen Jahrhunderts errichtet bis heute für die Entwässerung des Zehdener Polders sorgt.

Hinter dem Pumpwerk kann man zu Fuß einen Abstecher in die Hangwälder unternehmen, die seit 1927 geschützt sind.

Hinter Bielinek (Bellinchen) der Oder weiter zu folgen wäre zu beschwerlich und wegen der dortigen Kiesgewinnung auch nicht lohnend. Es empfiehlt sich also, die durch einen herrlichen Mischwald bis Piasek (Peetzig) führende Straße zu nutzen. Sie ist gut befahrbar und mündet nach 3 km in die oben bereits erwähnte von Cedynia (Zehden) kommende Straße.

Schräg links geht es weiter, und nach gut einem Kilometer ist Piasek (Peetzig) erreicht. Der Weg führt durch den Ort, erst etwas in östliche, dann in nördliche Richtung und an der Weggabelung 3 km hinter Piasek (Peetzig) nach links.

Über Krajnik Gorny (Hohenkränig) und Krajnik Dolny (Niederkränig) kommen wir zur Oderbrücke, über die wir zurück nach Schwedt kommen.

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