Auwälder

Auwälder waren, wie alte Karten beweisen, im Mittelalter weit ausgedehnt und bedeckten über zwei Drittel der Fläche des Odertals. Durch die landwirtschaftliche Nutzung wurde der Auwald immer weiter zurückgedrängt. Das Aufkommen neuer Bäume wurde durch Mahd- und Trittschäden, durch den Verbiss der Wild- und Weidetiere, aber auch durch die ausbleibende Überflutungsdynamik des im Poldergebiet nicht mehr frei fließenden Stromes verhindert. Solche Überflutungen wären erforderlich, um die dichte Vegetationsdecke zu öffnen und auf den Erosionsflächen den angeschwemmten oder angewehten Baumsamen gute Keimungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Hartholzauwald am WelseseeDer Hartholzauwald ist ein von Eichen und Ulmen dominierter Wald auf feuchtem Standort in der Aue, der die regelmäßigen Winterhochwasser gut verkraftet. Im unteren Odertal setzt sich der Hartholzauwald überwiegend aus der Flatterulme (Ulmus laevis) und der Stieleiche (Quercus robur) zusammen. Ein größeres Restvorkommen des Hartholzauwaldes findet sich rund um den Welsesee.

Überflutungen im Sommer, während der Vegetationsperiode, verkraften Hartholzauwälder vergleichsweise schlecht. Die Auswirkungen des extremen Sommerhochwassers 1997 lassen sich am Welsesee gut erkennen. Dort starben 1997 zahlreiche Ulmen und Eichen ab, deren tote Stämme noch heute in den Himmel ragen. Aber dies ist ein natürlicher Vorgang, der wiederum anderen Lebewesen neue Lebensräume erschließt.

Auch der Weichholzauwald findet sich nur noch an wenigen Stellen des unteren Odertals, beispielsweise als Silberweiden-Schwarzpappel-Auwald am Crieort, im Vordeichgebiet bei Criewen, Lunow oder an der alten Oder. Weichholzauwald setzt sich aus verschiedenen Weiden- und Pappelarten zusammen, von denen vor allem
- Silberweide (Salix alba)
- Purpurweide (Salix purpurea)
- Zitterpappel (Populus tremula)
- Silberpappel (Populus alba)
- Schwarzpappel (Populus nigra)

zu nennen sind. Die einheimische Schwarzpappel ist stark bedroht und erfährt in einem eigenen Förderprojekt eine neue, wissenschaftlich begleitete Verbreitung.

Es ist vorgesehen, im Rahmen des Naturschutzmanagements den Anteil des Auwaldes wieder zu vergrößern. Entsprechend dem Pflege- und Entwicklungsplan ist die Auwaldinitialisierung auf bis zu 1.000 Hektar Flächen vorgesehen. Dies soll unter anderem durch Initialpflanzungen erreicht werden, die die ansonsten dichte Krautschicht öffnen und nach einigen Jahren schützender Pflege einen sich selbst reproduzierenden Auwald hervorbringen. Die Landnutzer sind darüber hinaus gehalten, Gehölze und Gewässerränder wirksam auszugrenzen, um die natürliche Verjüngung des Auwaldes zu erleichtern.

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