Presseerklärung 08/2010

Wasser in die Aue (01.06.2010)


„Zu einem Auennationalpark gehören Überschwemmungen, die aktuelle Entscheidung, die Polder zu fluten, war also richtig, trotz Einbußen für die örtliche Landwirtschaft. Sie ist aber nur die zweitbeste Lösung.

Weit besser aber als die sturzbachartige Überschwemmung der Polder wäre eine sanfte Überflutung der Aue, die sich einfach und billig erreichen ließe, wenn die Ein- und Auslassbauwerke, beispielsweise im Fiddichower Polder (10), ganzjährig offen blieben, so wie es die Gewässerstudie des brandenburgischen Umweltministeriums auch vorschlägt. Dann hätten viele Tiere des Polders, die nicht fliegen und schwimmen können, die Möglichkeit, sich nach und nach zurückzuziehen und müssten nicht, von der rasant steigenden Flut völlig überrascht, elendig verenden. Nicht nur Niederwild, selbst Rehe und Wildschweine werden, wie zurzeit zu beobachten, ein Opfer der sturzbachartigen Überschwemmungen. Das muss nicht sein, ist unökologisch und auch ein Verstoß gegen den Tierschutz.

Übrigens haben die im Fiddichower Polder (10) wirtschaftenden Landwirte schriftlich zugestimmt, dass der kosten- und energieaufwändige Pumpbetrieb eingestellt und die Ein- und Auslassbauwerke ganzjährig offen bleiben können. Sie wurden dafür anderweitig schadlos gehalten. Diese schriftliche Zustimmung der Landwirte wird aber von der Nationalparkverwaltung bewusst ignoriert, weil sie nicht „auf ihrem Mist gewachsen ist“, sondern vom Verein erreicht wurde, den die Verwaltung nur als lästige Konkurrenz empfindet. Diese im Grunde genommen albernen Rivalitäten müssen endlich aufhören!

Das aktuelle Jahrhunderthochwasser ist eine gute Gelegenheit, über ein ökologisches Überflutungsregime der Zukunft nachzudenken und vernünftige und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.“


Thomas Berg
Vorstandsvorsitzender