Presseerklärung II/2020

Agroforst in Stolzenhagen

Auf einem Acker am Nationalpark Unteres Odertal, zwischen Stolzenhagen und Gellmersdorf gelegen, wurde von der Nationalparkstiftung Unteres Odertal auf eigenem Grund und Boden in den letzten Tagen eine sogenannte Agroforst-Kultur angelegt. Dabei wurden, in weiten Reihen geordnet, auf 6 Hektar Ackerland 62 Bäume gepflanzt: 44 Esskastanien, 11 Elsbeeren und 7 Baumhasel, sogenannte klimastabile Werthölzer. Ziel dieses Feldversuches ist es, eine Landwirtschaft zu erproben, die auch in Zukunft, angesichts sinkender Niederschläge und steigender Temperaturen im Osten Brandenburgs möglich und ertragreich sein wird. Der Klimawandel stellt die Land- und Forstwirtschaft, gerade in den neuen Ländern, vor enorme, unabsehbare Herausforderungen. Wir müssen neue Lösungen ausprobieren. Deswegen veranstaltet die Brandenburgische Akademie Schloss Criewen auch voraussichtlich vom 29. bis 30. April 2021 einen internationalen wissenschaftlichen Kongress zum Thema „Notwendige Anpassungen der Land- und Forstwirtschaft an den Klimawandel – Agroforstmaßnahmen und Streuobstwiesen“.

Die Bäume sind so gepflanzt, dass der Landwirt mit seinem bisherigen Maschinenpark weiterhin dazwischen, wie gewohnt, wirtschaften kann. Von der Kombination  Bäume auf landwirtschaftlichen Nutzflächen erhoffen wir uns:

  1. Nachhaltig sichere Erträge durch Verbesserung des Mikroklimas (Schutz vor extremen Klimaeinflüssen)
  2. Erosionsschutz, Verringerung der Nitratauswaschung und Bodenverdichtung sowie Schutz der organischen Bodensubstanz
  3. Auf lange Sicht zusätzlich zu der Feldfrucht auch Ertrag an wertvollen Edellaubhölzern, die wirtschaftlich verwertet werden können
  4. Aufwertung des Landschaftsbildes
  5. Erhöhung der Biodiversität

Agroforstsysteme sind im Gespräch und im Kommen. Öffentliche Förderung gibt es dafür bisher leider nicht. Wir leisten hier Pionierarbeit, stellvertretend für die anderen landwirtschaftlichen Betriebe. Auch das gehört zu den Aufgaben der Nationalparkstiftung. Jeder kann sich die Anpflanzungen selbstverständlich alleine ansehen. Wer eine fachliche Einführung haben möchte, wende sich bitte an unseren Geschäftsführer, Herrn Michael (Tel.: 03332 / 219824, t.michael@nationalpark-unteres-odertal.de).

 

Dr. Ansgar Vössing
Stiftungsvorsitzender