Der Fiddichower Polder (10)

Nördlich der Schwedter Querfahrt, die die Oder mit der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße verbindet, liegt Polder 10, der Fiddichower Polder.

Ein großer Teil dieses Polders ist schon heute ungenutzt. Er zeichnet sich daher durch eine besonders reichhaltige Flora und Fauna aus. An mehreren Einlass- und Auslassbauwerken lässt sich besonders gut der farbenprächtige Eisvogel (Alcedo atthis) beobachten. Seeadler (Haliaeetus albicilla) sind über dem Polder das ganze Jahr über zu sehen, zur Brutzeit auch so seltene Arten wie Schwarzstorch Ciconia nigra), Kranich (Grus grus) und Karmingimpel (Carpodacus erythrinus), wohingegen Wachtelkönig (Crex crex) und Tüpfelralle (Porzana porzana) in der hohen Vegetation kaum zu sehen, aber regelmäßig zu hören sind.

Im Winterhalbjahr sammeln sich hier große Scharen von Enten (Anatidae) und Gänsen (Anserinae), Singschwäne (Cygnus cygnus) überwintern hier ebenfalls gerne. Der aufmerksame Beobachter kann vom Biber (Castor) gefällte Bäume oder die Fährte des Fischotters entdecken, der das Gebiet flächendeckend besiedelt. Rehe und gelegentlich auch Wildschweine durchwaten die nassen Polderwiesen. Im Frühjahr ist vor allem am Abend gegenüber von Widuchowa (Fiddichow) her ein lautes Laubfroschkonzert zu hören, während Teich- und Seefrösche (Rana kl. Esculenta, Rana ridibunda) überall in den Poldern heimisch sind.

Zwischen der Schwedter Querfahrt und dem Deich gibt es mehrere Flusssandaufschüttungen mit bemerkenswerten Trockenrasen, auf denen beispielsweise das Tataren-Leimkraut (Silene tatarica), eine kontinentale Stromtalpflanze, wächst, die an der Oder die Westgrenze ihrer natürlichen Verbreitung in Europa findet.

Ein Mosaik verschiedener Lebensräume durchzieht den Fiddichower Polder (10), beispielsweise die stillen Oderaltarme mit ihren sattgrünen Schilf- und Schwimmblattzonen und mit steilen Uferrändern, in denen der Eisvogel seine Brutröhren bauen kann, oder seine Feuchtwiesen, in deren vielfältiger Vegetation sich Tausende von Insekten tummeln. Auf den Altarmen sind im Winter und im Frühjahr häufig Zwergsäger (Mergellus albellus) zu beobachten. Die unterschiedlichsten Pflanzengesellschaften sind hier anzutreffen, beispielsweise urwüchsige Weichholzaureste aus Weiden (Salix), Pappeln (Populus) und Erlen (Alnus). Im mitteleuropäischen Bereich ist es äußerst ungewöhnlich, dass Erlen und Silberweiden wie hier gemeinsam in einem Lebensraum vorkommen.

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