Die Mescheriner Seeberge

Auf dem Mescheriner Seeberg

 

Von zwei über 40 m hohen Aussichtspunkten über Mescherin, dem Stettiner und dem Seeberg, kann der Wanderer seinen Blick weit über das Zwischenoderland bis nach Gryfino (Greifenhagen) und Szczecin (Stettin) schweifen lassen. Auf die weiter südlich gelegenen Seeberge führt eine aus 150 Stufen bestehende Treppe. Der Aufstieg beginnt gegenüber dem Strandcafé. Teilweise sind auf den Höhen noch die Maschinengewehrnester aus den letzten Kriegswochen zu sehen, aus denen heraus die Oderüberquerung der Roten Armee verhindert werden sollte. Die Seeberge (43,6 m über NN) erstreckten sich ursprünglich bis zum Mescheriner See, einem Altarm der Westoder. Hier sind mitunter Eisvogel (Alcedo atthis) und Haubentaucher (Podiceps cristatus) zu beobachten.

 

 

Mit der Aufgabe des Kiesabbaus an den Seebergen verkleinerte sich auch der Brutbestand der Uferschwalben (Riparia riparia). Sie nisten gerne an frischen Bergabbrüchen, die aber nun fehlen, da der Hang verflacht und von verschiedenen Pflanzen besiedelt wird. Die Besucher werden gebeten, die empfindlichen Trockenrasen nicht zu betreten und auf den Wegen zu bleiben.

Aus der Eiszeit

Die Stettiner Berge und die Seeberge bestehen in ihren Unterhangbereichen aus saaleeiszeitlichen Feinsanden, denen Talsandterrassen vorgelagert sein können. Die Kuppen dieser Hügel sind dagegen von weichseleiszeitlichem Geschiebelehm überdeckt. Durch die nacheiszeitlich eingeschnittenen Rinnen und Täler sowie die historisch angelegten Feldwege, die heute teilweise wieder zugewachsen sind, erhielt das Gelände eine hohe Reliefenergie.

Infolgedessen hat sich auf engem Raum ein vielfältiges Mosaik von Pflanzengesellschaften ausgebildet. Auf den Sanden der Unterhänge ist die seltene Gesellschaft der Sand-Nelke (Dianthus arenarius) mit dem Dünen-Schwingel (Festuca polesica) als Vertreter der nordosteuropäischen Sandtrockenrasen präsent. Diese gehen bei Bewaldung in einen Sand-Nelken-Kiefernwald über. Hier hat die Kiefer (Pinus) einen ihrer natürlichen Standorte in Brandenburg.

Auf den lehmigen Kuppen wächst vereinzelt ein Pfriemengras-Steppenrasen, meist jedoch eine artenreiche Wiesensteppe wie auf den Geesower Hügeln. Da diese Standorte noch nicht wieder regelmäßig beweidet werden, sind großflächige Schlehen- und Weißdorngebüsche gewachsen. Diese leiten ihrerseits zu den ostmitteleuropäisch-subkontinentalen Eichen-Trockenwäldern über, wie sie auf den Seebergen teilweise schon zu sehen sind. Auch im Gebiet von Mescherin konnten einzelne Exemplare der Flaumeiche (Quercus pubescens) und ihre Hybriden nachgewiesen werden. Diese gehölzreichen, halboffenen Biotope sind auch die Heimat des Neuntöters (Lanius collurio) und des Braunkehlchens (Saxivola rubetra). Von den Kriechtieren sind Zauneidechse (Lacerta agilis) und Blindschleiche (Anguis fragilis) häufig anzutreffen, am Ufer des Mescheriner Sees mitunter Eisvogel und Haubentaucher.

Kranichrast

 

Von Ende August bis Mitte Oktober lassen sich von den Seebergen aus allabendlich Hunderte von Kranichen (Grus grus) beobachten, die auf den westlich gelegenen Feldern Nahrung gefunden haben und nun zur Nachtruhe in das Zwischenoderland einschweben, ein optisch wie akustisch faszinierendes Spektakel.

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